Gesprächsabend

„Antisemitismus und Israelhass bei Geflüchteten – wie gehen wir damit um?“

Der obige Gesprächsabend im EBW (mit Anna Neubert und mir) war sehr „volatil“,
fast polarisierend. Es waren einige Leute aus der Praxis, also z.B. auch Flücht-
lingshelfer, da, die sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht hatten: Ein sehr engagierter junger Flüchtlingshelfer meinte, unter seinen etwa 15 Flüchtlingen seien einige furchtbar antisemitisch mit übelsten Verschwörungstheorien, schlimmer als jeder deutsche Nazi. Andererseits seien 3 oder 4 Flüchtlinge auch dabei, die pro-jüdischer und pro-israelischer seien als alle, die er in Deutschland kenne: Es sind (kurdische) Jesiden und aramäische Christen (die auch unter mobbing der arabischen Mitschüler litten).

Erschreckend für mich war, dass es außer ihm (der sehr optimistisch und sehr
engagiert wirkte!) auch etwas dubiose Flüchtlingshelfer gibt. Was soll ich von
einer Flüchtlingshelferin halten, die meinte, sie werde kaum etwas über den Holocaust
ihren Zöglingen erklären, weil man ja nicht wisse, ob das alles so wahr sei….!!!

Manche Flüchtlingshelfer scheinen nicht ein Teil der Lösung zu sein, sondern ein Teil des Problemes !

Patentrezepte, was man tun solle und wie man mit dem Antisemitismus der Geflüchteten
umgehen solle, gibt es nicht!!!

Einige gute Ideen (die auch von der Amadeu Antonio Stiftung und von mir stammen und auch vom Zentralrat der Juden stammen,
und die alle aus dem Publikum kamen, wie zum Beispiel Besuch eines Konzentrationslagers oder Gespräch mit Holocaust-Überlebenden)
sind eher für Migranten und Geflüchtete gedacht, die schon mindestens (!) 1 Jahr oder mehr hier weilen.

Für „neue“ Flüchtlinge, die teils schlimm traumatisiert sind und erst einmal gut aufgenommen, willkommen geheißen und gut versorgt
werden müssen, sind diese Ideen nicht so gut geeignet.

Es gibt viel zu tun. Das Problem des Antisemistismus (der aus Europa kommt!!!) unter den Flüchtlingen wird leider nicht so schnell gelöst werden können!

Eine weise Idee

Ein Jude besitzt einen winzig kleinen Schuhladen.

Eines Tages entsteht links, direkt an sein kleines
Schuhgeschäft angebaut, ein riesiges Schuhgeschäft,
und ein paar Wochen später wird rechts an sein Geschäft
ein noch größerer Schuhladen angebaut.

Der Schuhverkäufer ist verzweifelt und geht zum Rabbiner.
„Was soll ich tun?“, fragt er ihn. Der Rabbi antwortet: „Schreibe
über die Eingangstüre deines Geschäftes: ‚Hier ist der Eingang‘ “.

…Unwissen der jüdischen Kultur!

»Nebenbei glänzte sie mit Unwissen und Unverständnis der jüdischen Kultur und Geschichte.«

Ein erschütternder Artikel von Daniel Killy in der „Jüdische Allgemeine“ über „DRadio Wissen“. Offensichtlich sind dort in diesem Sender Arroganz, unter-durchschnittliche Bildung, Frechheit und völlig fehlendes kulturelles Wissen Voraussetzung für einen höheren Posten. Armes Deutschland!

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/27951

Mir fiel bzgl. Nahost in den letzten Jahren (leider) immer wieder auf, dass gerade blasiert-pseudo-linke „Intellektuelle“ ihr völliges Unwissen und ihre üblen Vorurteile (bzgl. Israel und Nahost) hinter Arroganz und den üblichen Klischees verstecken!

Purim 2017

Purim
Dieses Jahr feiern wir Purim am 12. März 2017.

Bei chabad lesen wir:

„An Purim feiern wir ein Ereignis, das im Jahr 3405 seit Erschaffung der Welt (356 v.d.Z.) stattfand: die Rettung des jüdischen Volkes vor dem Plan des persischen Ministers Haman, „zu vertilgen, zu erschlagen, zu vernichten alle Juden vom Knaben bis zum Greis, Kinder und Frauen, an einem Tag“. Das persische Reich erstreckte sich damals von Indien bis Äthiopien. Hamans Dekret, das von König Achaschwerosch gebilligt wurde, bedeutete also die Vernichtung jedes einzelnen Juden in der Welt.
Während der weise Mordechai die Juden zu Gebet und Busse aufrief, bewirkte seine Nichte, die Königin Esther, Hamans Fall bei einem von Wein begleiteten Essen, zu dem sie nur den König und den Minister einlud. Auf Befehl von Achaschwerosch wurde Haman gehenkt, und die Juden erhielten in einem zweiten Dekret das Recht, sich gegen diejenigen zu verteidigen, die sie vernichten wollten.
Am 13. Adar, dem Tag, den Haman durch das Los (pur) für die Ermordung der Juden bestimmt hatte, gab es im ganzen Land viele Kämpfe zwischen den Juden und jenen, die versuchten, Hamans Dekret (das nie aufgehoben wurde) auszuführen. Der folgende Tag, der 14. Adar, wurde ein Fest und Freudentag, an dem die Juden ihren Sieg über die Feinde feierten. In der alten ummauerten Hauptstadt Schuschan, wo die Kämpfe zwei Tage dauerten, fand das Siegesfest am 15. Adar statt. Mordechai und Esther setzten fest, dass diese Tage Jahr für Jahr als Purim-Fest begangen werden sollten – am 15. Adar in Städten mit Mauer und am 14. Adar in anderen Orten. Dabei sollte die Geschichte des Wunders, die in der „Esther-Rolle“ festgehalten ist, öffentlich gelesen werden. Ausserdem sollte man Freunden etwas zu essen schicken, den Armen ein Geldgeschenk geben und eine Festmahlzeit mit berauschendem Wein geniessen (zur Erinnerung an das Essen, bei dem Esther erreichte, dass sich König Achaschwerosch gegen Haman wandte).
Ein alter Purim-Brauch ist es, dass sich Kinder verkleiden. Das ist eine Anspielung darauf, dass das Purim-Wunder in das Gewand eines „natürlichen“ Sieges gekleidet war. Die gleiche Bedeutung haben auch die Hamantaschen, ein traditionelles dreieckiges Gebäck, in dem eine Füllung verborgen ist. Der Tag vor Purim heisst „Fasten Esther“ und erinnert daran, dass Esther und ihr Volk fasteten, während sie G-tt um Rettung vor Hamans Dekret anflehten.

Das Kulturprogramm des Zentralrates der Juden in Deutschland K.d.ö.R. gratulierte zu Purim 2016 in Regensburg in der Gemeinde den Kindern und ihren Eltern mit einer Vorstellung des Puppentheaters „Bubales“. „Du bist nicht allein“, war das Schlusslied und die Quintessenz dieses Purim-Puppentheater-Stückes von „Bubales“. Bubales ist wahrscheinlich das einzige jüdische Puppentheater in Deutschland. Es wurde gegründet von der Kunstpädagogin Shlomit Tulgan. Frau Tulgan macht alles: Die Texte, sie bastelt auch die Puppen und hat ein zugehöriges Kinderbuch geschrieben. Kindgerecht und pädagogisch einfühlsam führt sie das Puppentheaterstück passend zur Ester-Rolle vor. Sie erzählte die Geschichte von Achaschverosch, Mordechai, Haman und Ester. Es wird Wert gelegt auf didaktische Impulse. Den Kindern gefiel das Puppentheater und sie waren begeistert.

Beim Zentralrat der Juden in Deutschland lesen wir unter dem Stichwort „Purim“:

Purim, ein freudiger Gedenktag, dessen Beachtung nicht biblisch vorgeschrieben ist, wird am 14. Adar (bzw. Adar II) zur Erinnerung an die Errettung der Juden in Persien gefeiert, die im Buch Esther beschrieben ist. Das Buch Esther berichtet davon, daß der Minister Haman den Perserkönig bewog, den Befehl zu erlassen, alle Juden im persischen Reich auszurotten, daß es jedoch Esther, der jüdischen Ehefrau des Königs, durch geschickte Diplomatie gelang, den mächtigen Minister zu Fall zu bringen und zu erreichen, daß die Juden die Erlaubnis erhielten, sich gegen diejenigen zu wehren, die diesen Befehl auszuführen suchten. Auf diese Weise gelang es den Juden, über ihre Widersacher zu siegen.
Im Buch Esther wird erzählt, daß die Königin Esther, bevor sie beim König den Versuch unternahm, für die Rettung ihres Volkes aktiv zu werden und sich in dieser Angelegenheit an den König zu wenden, drei Tage lang fastete und daß alle jüdischen Bewohner der Stadt Susa dasselbe taten. Zur Erinnerung daran wird der Tag vor Purim als Fasttag begangen, der Fasten Esther genannt wird.
Purim ist als freudiger Gedenktag ein Arbeitstag. Als Besonderheit des synagogalen Rituals ist vor allem zu erwähnen, daß sowohl nach dem Abendgebet als auch morgens nach der Toravorlesung das Buch Esther gelesen wird. Esther gehört zu den „fünf Rollen“, ist aber das einzige dieser Bücher, für das auch heute noch eine handgeschriebene Pergamentrolle verwendet wird. Bereits im Buch Esther wird von der Festlegung berichtet, daß der Freude über die Rettung durch ein Festmahl, durch gegenseitiges Beschenken mit Speisen und durch Spenden für die Armen Ausdruck verliehen werden soll. An Purim ist es erlaubt, viel zu trinken, sogar sich zu betrinken, denn im Buch Esther ist das Mahl, das man zur Erinnerung an das Ereignis einnehmen soll, als Trinkgelage bezeichnet.
Es gibt für Purim eine große Anzahl von Bräuchen, die allerdings lokal sehr verschieden sind. Verbreitet sind karnevalistische Vergnügungen, besonders die Kostümierung von Kindern, die Aufführung von dramatischen Purimspielen, die meist die Esthergeschichte zum Inhalt haben, aber auch andere biblische Ereignisse behandeln. In der Gegenwart sind in unserem Raum vor allem einige kulinarische Spezialitäten üblich: die sogenannten Hamantaschen und „Kreppchen“. Hamantaschen sind ein dreieckiges, gefülltes Kleingebäck aus Kuchenteig; die Füllung kann aus Mohn, Früchten, Rosinen, Mandeln, süßem Weißkäse oder anderen Zutaten bestehen. Unter „Kreppchen“ versteht man gefüllte Nudelteigtaschen, die entweder eine Fleischfüllung haben und mit Brühe gegessen werden oder – mit Weißkäse und Sauerkirschen gefüllt – als Nachtisch dienen. Beide Speisen symbolisieren die Ohren des Bösewichts Haman. Solche Spezialitäten und andere, meist selbstgefertigte Leckereien werden auch Freunden und Bekannten als Geschenke übersandt bzw. überbracht.

Zwei Freunde

Zwei Freunde

treffen sich nach vielen Jahrzehnten wieder. Der eine fragt den anderen: „Nu, wie geht es dir? Hast du Kinder?“ Der andere antwortet:
„Ja, 10 Stück!“ Fragt der erste Freund: „Nu, haben sie alle schon chasene gehabt?“ „Ja, alle 10 hatten schon chasene, jedes mal eine
riesig große Feier!“ Der erste: „Nu, alle 10 hatten schon chasene, jeweils mit großer Feier. Wie hast du das alles geschafft? Da hat dir
bestimmt HaSchem geholfen?“ „Nein“, antwortet der zweite, „HaSchem hat mir nicht geholfen!“. Der erste: „Was, HaSchem hat dir dabei
nicht geholfen?“ „Nein“, antwortet der zweite, „HaSchem hat das alles alleine gemacht!“