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70 Jahre Israel – Lesung im Literatur-Café

Literaturcafé am 15.01.2018: “ 70 Jahre Israel” (Thyra Thorn, Martin Stauder, Roland Hornung)

Lea Fleischmann (* 1947 in Ulm) ist eine in Jerusalem lebende deutschsprachige deutsch-israelische Autorin.
Als Kind jüdischer Eltern, die den Holocaust überlebten, wurde Lea Fleischmann in einem Lager für Displaced Persons bei Ulm geboren und wuchs im Lager Föhrenwald in Wolfratshausen auf. Sie studierte in Frankfurt am Main Pädagogik und Psychologie, gründete eine Familie und unterrichtete von 1973 bis 1979 im hessischen Schuldienst an der Berufsschule. 1979 gab sie ihre sichere Stellung als Studienrätin auf und wanderte, ohne ihren Mann, aber mit zwei Kindern, nach Israel aus. 1980 veröffentlichte sie ihr im In- und Ausland viel beachtetes und zum Bestseller gewordenes Buch „Dies ist nicht mein Land“, in welchem sie mit Deutschland abrechnete und aufzeigte, warum Juden dort nach dem Holocaust nicht mehr leben könnten, seinerzeit auch unter dem Eindruck der Berufsverbote nach dem Radikalenerlass. In Jerusalem entdeckte sie das Judentum für sich, lernte Hebräisch, um die Tora lesen zu können, wurde religiös. Inzwischen ist Israel zu ihrer Heimat geworden, sie reist regelmäßig nach Deutschland und wird dort als Gesprächspartnerin im jüdisch-christlichen Dialog gefragt.
Werke
. Dies ist nicht mein Land. Eine Jüdin verlässt die Bundesrepublik, Hamburg 1980
Ich bin Israelin. Erfahrungen in einem orientalischen Land, Hamburg 1982
• Nichts ist so, wie es uns scheint. Jüdische Geschichten, Hamburg/Zürich 1985
• Abrahams Heimkehr. Geschichten zu den jüdischen Feiertagen, Hamburg 1989
• Gas – Tagebuch einer Bedrohung. Israel während des Golfkriegs, Göttingen 1991
• Schabbat. Das Judentum für Nichtjuden verständlich gemacht, Hamburg 1994
• Rabbi Nachman und die Thora. Das Judentum für Nichtjuden verständlich gemacht, 1997
• Meine Sprache wohnt woanders. Gedanken zu Deutschland und Israel, Frankfurt 2006 (mit Chaim Noll)
• Heiliges Essen. Das Judentum für Nichtjuden verständlich gemacht, 2009
• =========== Ende WIKIPEDIA –Eintrag ========

Lea Fleischmann wurde 1978 in Deutschland durch ihren Bestseller „Dies ist nicht mein Land“ sehr bekannt. Die deutsche Jüdin (damals recht „links“ eingestellt) ging ziemlich schonungslos mit vielen (teilweise wirklich dubiosen) Situationen und befremdlichen Befindlichkeiten in Deutschland um. Von „rechter Seite“ wurde sie als „Nestbeschmutzerin“ verunglimpft. Und die deutsche sogenannte „Linke“ rümpfte die Nase über „die Jüdin“ (was ich damals bei einigen älteren Arbeitskollegen, die „Alt-68“ waren, deutlich bemerkte!) und zeigte recht klar, dass „links“ und antisemitisch anscheinend ganz gut harmonieren Mir war folgerichtig ihre Art besonders sympathisch: Wer von rechten u n d linken Antisemiten besudelt wird, liegt mir am Herzen!  Lea Fleischmann wanderte folgerichtig nach Israel aus und schrieb dort ihr Buch „Ich bin Israelin“ – eine hervorragende Einführung für jeden, der Israel nicht nur oberflächlich kennen lernen will! Lea’s erfolgreichstes und bekanntestes Werk war gleich ihr erstes, um 1979: „Dies ist nicht mein Land“, eine vernichtende Abrechnung mit dem damals sehr spießigen Deutschland, das den Holocaust noch nicht aufgearbeitet hatte.Die „Rechte“ in Deutschland nannte das Werk „Nestbeschmutzung“ und die „Linke“ war begeistert – bis man entdeckte, dass Lea ja Jüdin ist. Ich erlebte es selbst, dass sich „links“ definierende Leute schlagartig und angewidert von Lea’s Werk distanzierten, …“die ist ja Jüdin“, igitt“…… und somit erwiesen sich damals auch viele deutsche „Linke“ eigentlich als spießige „National-Sozialisten“------ 
DIES IST NICHT MEIN LAND: (Einige Stellen werden vorgelesen…..)

Lea meldete sich in Israel immer wieder auch politisch zu Wort, vor allem im Golfkrieg 1991 mit ihrem Buch „Gas“, in dem sie alle deutschen Firmen auflistete, die an Saddam Hussein Giftgas geliefert hatten (und das waren viele Firmen!!!).

Als die weltweite, besonders die deutsche „Linke“ immer mehr ihre wahre, antizionistische und leider oft antisemitische Fratze zeigte, distanzierte sich Lea Fleisch--mann (und mit ihr viele „linke“ Israelis!!!) scharf und deutlich und eindeutig von dieser weltweiten dubiosen „Linken“. Heute schreibt Lea nichts mehr politisch, sondern Bücher in einer Reihe „Judentum leicht verständlich gemacht“, aus einem ihrer Werke („Heiliges Essen“) werde ich euch auch nachher ein wenig lesen……

In ihrem Buch „Heiliges Essen“ geht LEA FLEISCH-MANN auf die Bedeutung des koscheren Essens und des Essens überhaupt näher ein. (Lea Fleischmann „Heiliges Essen“)
Die jüdischen Speisegesetze bilden fraglos einen essentiellen Bestandteil der jüdischen Religion und jüdischer Identität. Dass die Aufteilung in „reine“ und „unreine“ Speisen, taugliche und untaugliche Gegenstände und Handlungen mehr als nur ein überkommenes Regelwerk darstellt, sondern auf einer tiefen spirituellen, biblisch-rabbinischen Basis aufbaut, die in vielerlei Hinsicht überraschend moderne hygienische, ökologische und gesundheitsrelevante Einsichten enthält, macht die in Israel lebende Schriftstellerin Lea Fleischmann in ihrem neuen Buch „Heiliges Essen“ auf anschauliche Weise deutlich. In ihrem Buch lässt sie die Leserinnen und Leser teilhaben an einer Entdeckungsreise, der gegenüber sie zu Beginn durchaus selbst Vorbehalte hatte….Bei der Rabinat (=Rabbinerfrau) Malka lernt Lea Fleischmann schließlich anhand von Geschichten und Gesprächen die Speisegebote der Bibel kennen und begreift den tiefen Sinn des koscheren Essens. Als moderne Zeitgenossin ist sie erstaunt über die Weisheit der biblischen Speisegebote, die die gesamte Schöpfung im Auge haben und das Essverhalten der Menschen regeln, damit die Fauna und Flora geschont werden. Essen dient nicht nur zur Sättigung, sondern ist ein immer auch ein spiritueller Akt, ein „heiliger Vorgang“. Indem Lea Fleischmann auf unterhaltsame und anschauliche Weise ihren eigenen Lernprozess transparent darstellt, gelingt es ihr zugleich, die Bedeutung der biblischen Speisegebote auch für Nichtjuden erfahrbar zu machen und regt zum Nachdenken über das eigene Essverhalten an. Durch ihre geschickte Verknüpfung von Erzählungen und Wissensvermittlung gelingt es ihr beinahe unmerklich das zu erreichen, was der Untertitel ihres Buches als Anspruch formuliert: Das Judentum Nichtjuden verständlich zu machen. Und damit es nicht nur beim Lernen und Nachdenken bleibt, ergänzt Fleischmann ihre Geschichten durch einige an den jüdischen Fest- und Feiertagen orientierte Rezepte, die durchaus Appetit darauf machen, das Buch nach beendeter Lektüre gegen den Kochlöffel auszutauschen.
Die wesentliche Schlussfolgerung für die tägliche Praxis:

Natürlich gibt es (in koscheren Speiserestaurants) kein Schwein oder anderes „nicht-koschere“ Getier. Aber viel wichtiger ist, dass „milchig“ und „fleischig“ getrennt wird. So wird das Frühstück eher milchig sein, die sonstigen Mahlzeiten (mittags, abends) eher fleischig, zwischendurch Snacks wie Falafel, Humus usw…Weil Obst und Gemüse „parve“ (=neutral) sind, gibt es dies zu jedem essen. …

Ein typisches Frühstück besteht aus Brot, Marmelade, Eier, viele Sorten Joghurt und Quark und Spezialgerichte wie „Labane“, viel Obst, aber auch ganz viel geschnittenes kaltes Gemüse, wie Gurken, Tomaten, Paprika, Zucchini, usw… und jedem bleibt dann überlassen, wie der dieses Gemüse „anmacht“, die einen nehmen Joghurt oder Quark, die anderen Humus, wieder andere Zitronensaft. Essig ist unüblich! Der Staatspräsident PERES, der über 90 Jahre alt wurde, wurde mal gefragt, warum er noch so dynamisch jugendlich wirke. Er antwortete: „ Ich nehme zum Frühstück eine geschnittene Gurke, eine Tomate und eine Paprika und träufele den Saft einer frischen Zitrone darüber. Das hält mich fit“! Bei den fleischigen Mahlzeiten gibt es Huhn, Pute oder Rind, Gemüse, Kartoffeln, Nudeln, usw… – aber keine Milch und keine Sahnesoße  Als Getränke herrschen Saft, Wasser, Cola usw. vor, es gibt auch Bier und sehr guten Rotwein. Doch Alkohol wird mäßiger genossen als in Europa…..

Lesung im Literatur-Café

Montag, 15. Januar 2018, 20 Uhr im Literatur-Café in der Spiegelgasse 8

Thema: “ 70 Jahre Israel“

Dazu lesen Thyra Thorn über Kishon, Martin Stauder über Amos Os, und ich, Roland
Hornung, über Lea Fleischmann.

Lea’s erfolgreichstes und bekanntestes Werk war gleich ihr erstes, um 1979: „Dies ist nicht
mein Land“, eine vernichtende Abrechnung mit dem damals sehr spießigen Deutschland, das
den Holocaust noch nicht aufgearbeietet hatte.

Die „Rechte“ in Deutschland nannte das Werk „Nestbeschmutzung“ und die „Linke“ war begeistert,
– bis man entdeckte, dass Lea ja Jüdin ist. Ich erlebte es selbst, dass sich „links“ definierende Leute
schlagartig und angewidert von Lea’s Werk distanzierten, …“die ist ja Jüdin“, igitt“…… und somit erwiesen
sich damals auch viele deutsche „Linke“ eigentlich als spießige „National-Sozialisten“

Lea wanderte 1979 oder 1980 dann nach Israel aus, schrieb ihr nächstes Buch „Ich bin Israelin“ und
meldete sich immer wieder auch politisch zu Wort, vor allem im Golfkrieg 1991 mit ihrem Buch „Gas“, in dem
sie alle deutschen Firmen auflistete, die an Saddam Hussein Giftgas geliefert hatten (und das waren viele
Firmen).

Heute schreibt Lea nichts mehr politisch, sondern Bücher in einer Reihe „Judentum leicht verständlich gemacht“, aus einem
ihrer Werke („Heiliges Essen“) werde ich auch ein wenig lesen.

Herzlich willkommen!
Euer Roland

Ein Nazi wünscht „deutsche Weihnachten“

Großartig, Kai Dorra. D A N K E :-)

„“Ein besinnliches deutsches Weihnachten“ wünscht André Poggenburg von der AfD seinen „Kameraden“. Töne, die man seit 1945 nicht mehr gehört hat – und auch nicht hören wollte. Nun, ich feiere an Weihnachten die Geburt eines jüdischen Rabbis. Und die urdeutschen Ewiggestrigen mögen von mir aus altgermanisches Julfest oder großdeutschen Untergang feiern, solange sie dabei nicht ein überaus verlogenes Christentum heucheln. Am besten mit urdeutscher Krippe ohne Juden und Ausländer: da bleiben dann nur noch Ochs und Esel.“ (Kai Dorra).

In einem Merkava: Auch das ist Israel

Wir hatten ein „meeting“ mit einem Merkava-Panzer.

Eigentlich mit seiner Besatzung. Vier junge Männer stiegen aus und sagten der Reihe nach:
„Ich bin Jude. Ich bin muslimischer Araber. Ich bin christlicher Araber. Ich bin Druse“. Dann gemeinsam: „Wir sind alle Israelis“:

Ja, auch das ist Israel!

Synagogenneubau (von Gerhad K. Nagel)

http://www.hagalil.com/2017/12/regensburg-10/