Archiv für Mai 2017

Über mich – Roland Hornung

Über mich

Roland Hornung

Ich wuchs behütet im beginnenden Wirtschaftswunder in Deutschland in einer intakten Familie in Franken, im Grenzgebiet zu Baden-Württemberg auf.

Väterlicherseits gab es keinerlei Beziehungen zum Nationalsozialismus. Ich weiß nur, dass die Oma väterlicherseits als resolute Mutter von 5 Söhnen gesagt habe, wenn einer von denen zur Hitlerjugend gehen wolle, werde sie ihn mit der gusseisernen Pfanne erschlagen. Das war deutlich genug. Meine Mutter stammte aus dem nördlichen Württemberg – einer bis zum 2. Weltkrieg sehr multikulturellen Gegend. Es gab dort Sinti, Roma, Jenische, und ganz viele Juden, die auch (west-) jidisch sprachen. Im fränkischen Grenzgebiet (in Schopfloch) wurde lachoudisch gesprochen.

Und wenn mein Opa mit meiner Mutter etwas besprechen wollte, was wir Kinder nicht hören sollten, sprachen sie die – aus dem Hebräischen stammende – Sprache Lachoudisch. Und Jenisch konnte mein Opa auch, und jidisch auch.

Die Nazis zündeten Haus und Hof meines Opa mütterlicherseits an, und seine Frau, meine Oma, hielten sie für eine „Zigeunerin“ (möglicherweise – sie hatte sehr dunklen, südländischen Teint und schwarze Haare – war sie ja sogar eine Jenische [ein „fahrendes Volk, das aus der Schweiz und Südwürttemberg stammt, aber nicht zu den Roma und Sinti gehört]).

Unser Verhältnis zum Nationalsozialismus war also ganz extrem negativ und sehr ablehnend.

Bereits als Schüler und Jugendlicher reizte mich das Thema „Nahost und Israel“. Mein Vater war Gymnasiallehrer für Geschichte und alte Sprachen und konnte auch Hebräisch und Sanskrit (die Grundlage beispielsweise von Farsi). Er förderte meine Interessen, indem er mir Bücher gab, und das Bulletin der Botschaft Israels in Deutschland.

Ich arbeitete mich in diese Bücher ein und fand immer mehr Zugang zu diesem ungewöhnlichen Land. Schließlich reiste ich erstmals nach meinem Studium dorthin, immerhin vor gut 35 Jahren – und ich war sehr enttäuscht: Es war viel Wüste dort und viel orientalisches Flair, aber als Tourist fehlte mir der so wichtige Zugang zu den Menschen vor Ort !!!

Im Studium hatte ich neben Mathematik auch etwas Geschichte und Politikwissenschaft studiert, und mir somit auch seriöse wissenschaftliche Grundlagen zu Israel erarbeitet. Natürlich wollte ich einmal länger dieses faszinierende Land kennenlernen – und es ergab sich ein Forschungssemester.

Einerseits hatte ich dann in diesem Praxissemester (und anschließende Semesterferien) vor etwa 23 Jahren gut ein halbes Jahr in Jerusalem gelebt ( 7 Monate lang 1992/1993).

Andererseits organisiere ich seit gut 15 Jahren immer wieder Israelreisen, Begeg- nungsreisen mit diesem wunderschönen Land und seinen interessanten Menschen.

Insofern habe ich mehr als genug Stoff zum Erzählen.

Insgesamt erkannte ich – und dafür bin ich dankbar – dass die (ver-)öffentlich(t)e Meinung in Deutschland über Israel oft verzerrt und einseitig auf den Nahostkonflikt reduziert ist.

Vielleicht „passen“ auch Bilder von „Bomben, Raketen und Tod“ (um Bob Dylan zu zitieren) mehr in das verkaufsorientierte Marketing mancher Presseorgane – statt Bilder von schönen Landschaften, großen technologischer Errungenschaften, wertvollen Kulturzeugnisse und wunderbaren Menschen?

So beschloss ich nach meiner Rückkehr, aktiver und engagierter zu werden und somit den Freundeskreis Israel in Regensburg und Oberbayern e. V. zu gründen, was 2003 geschah.

Ich hatte diese Frage „Wer ist Jude“ mir immer wieder bewusst gestellt. Denn damals vor fast 20 Jahren, lebte ich ja mehr als ein halbes Jahr in Jerusalem im Ortsteil „Beit Vegan“. Dies ist eine religiöse Gegend, orthodox. Aber nicht ultra-orthodox. Und ich unterhielt mich mit Rabbinern und anderen interessierten Leuten immer wieder über interessante Fragestellungen.

In diesem Ortsteil „Beit Vegan“ gibt es Post, Bank, Supermarkt, einige (koschere) Pizzerien, einige Wäschereien, und vieles Weltliche mehr. Ein richtig abgeschlossene kleine Stadt. Es gibt natürlich einige Jeschivot (Jeschiva=“religiöse Schule“), aber auch staatliche Schulen, und eine halb-private Schule, in der der übliche Unterricht kostenlos war, der freiwillige Nachmittagsunterricht (Theater, Pantomime, Selbstverteidigung, Kunst, usw…) aber kostenpflichtig. In jene Schule gingen meine Kinder. Und in jene Schule ging die Prominenz. Viele Kinder von Politikern und anderen “wichtigen Leuten“ waren dort, und wir lernten über die Kinder auch deren Eltern kennen.

So schön das Leben in dieser kleinen heilen Welt von „Beit Vegan“ (neben dem Herzl-Berg, nahe zu Yadvaschem) war – irgendwann wollte ich das „weltliche“ Leben in Jerusalem auch kennen lernen. Ich fuhr mit dem Bus überall hin und erkundigte alles.
Heute würde ich die neue und ganz moderne Straßenbahn nehmen, die es seit 2011 in Jerusalem gibt.

Natürlich interessierte mich die Politik, die Geschichte, die Kultur. Land und Leute. Die Menschen. In Jerusalem. Aber auch in ganz Israel. In Bethlehem. Und in der Westbank.

Leider reduziert ein Teil der deutschen „Qualitätspresse“ fast alles aus Israel auf „Mauer“, „Besatzung“, „Siedlungs-politik“ usw….Das ist nicht nur dumm, falsch und primitv. Nein. Es ist sau-dumm! Es ist auch beleidigend für die Menschen dort in Nahost. Und es zeigt auch, wie weit es mit dem deutschen Qualitätsjournalismus gekommen ist 

Israel ist das am meisten multikulturelle Land, das ich kenne. Und ich kenne viele. Sehr viele.

Aus über 120 Ländern sind Menschen nach Israel eingewandert und schaffen dort eine Vielfalt, die sprichwörtlich und hoch interessant ist.

In Jerusalem alleine sollen 84 (lebende) Sprachen gesprochen werden (ohne die alten Kirchensprachen Latein, Griechisch und Aramäisch). So sage es mir zumindest Teddy Kollek, der damalige Jerusalemer Oberbürgermeister. Und diese Vielfalt von Menschen aus Europa, aus der ehemaligen Sowjetunion, die meisten allerdings aus dem Orient, aber auch aus Afrika, Argentinien und Indien sind eine wunderbare Bereicherung. Und diese bunte Vielfalt, diesen Reichtum, durfte ich erleben.

Danke.

Eine wahre Geschichte aus Israel

Eine wahre Geschichte aus Israel

Wie viele Leute in Israel hatte eine israelische fromme Familie eine Haushälterin aus Rumänien, eine Gastarbeiterin.Eines Tages wollte diese Rumänin wieder nach Hause nach Rumänien fahren. Erst mit dem Bus, und dann mit dem Flugzeug….

Zum Abschied schenkte die Hausherrin ihr einen schönen großen Apfel.

Als ihr Ehemann kurz danach heim kam, schimpfte er sie deswegen, denn es sei doch Schmitta-Jahr!
Und die Rumänin würde den Apfel mit nach Rumänien, ins Ausland nehmen, und es sei im Schmit- ta- Jahr doch nicht erlaubt. Die Ehefrau möge ihr zum Bus nachlaufen. …und das tat sie, und der Bus war noch da.

Sie ging in den Bus und sah die Rumänin und lief auf sie zu. Diese wurde kreidebleich und erschrak und sagte ‚Entschuldigung‘ und öffnete ihre Tasche, ‚dass ich Ihren gesamten Schmuck gestohlen habe, hier ist alles!‘

So ist es: Wenn man das Schmitta-Jahr einhält, bekommt man auch seinen Schmuck wieder, von dem man noch nicht einmal gemerkt hatte, dass er gestohlen war!

mesusa

Ein Jude und ein Nicht-Jude

wohnen in einem Hause auf dem gleichen Stock nebeneinander. Beim Nichtjuden wird laufend eingebrochen. Er klagt sein Leid dem Juden, Der meint: „Dann mach doch mal an deinen Türpfosten eine mesusa, wie ich!“
Nach 2 Wochen treffen sie sich wieder, und der Jude fragt seinen Nachbar, was nun sei. Der meint: „Es hat niemand mehr eingebrochen! Aber seitdem kommen jeden Tag 20 Schnorrer“.