Archiv für April 2017

Gesprächsabend

„Antisemitismus und Israelhass bei Geflüchteten – wie gehen wir damit um?“

Der obige Gesprächsabend im EBW (mit Anna Neubert und mir) war sehr „volatil“,
fast polarisierend. Es waren einige Leute aus der Praxis, also z.B. auch Flücht-
lingshelfer, da, die sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht hatten: Ein sehr engagierter junger Flüchtlingshelfer meinte, unter seinen etwa 15 Flüchtlingen seien einige furchtbar antisemitisch mit übelsten Verschwörungstheorien, schlimmer als jeder deutsche Nazi. Andererseits seien 3 oder 4 Flüchtlinge auch dabei, die pro-jüdischer und pro-israelischer seien als alle, die er in Deutschland kenne: Es sind (kurdische) Jesiden und aramäische Christen (die auch unter mobbing der arabischen Mitschüler litten).

Erschreckend für mich war, dass es außer ihm (der sehr optimistisch und sehr
engagiert wirkte!) auch etwas dubiose Flüchtlingshelfer gibt. Was soll ich von
einer Flüchtlingshelferin halten, die meinte, sie werde kaum etwas über den Holocaust
ihren Zöglingen erklären, weil man ja nicht wisse, ob das alles so wahr sei….!!!

Manche Flüchtlingshelfer scheinen nicht ein Teil der Lösung zu sein, sondern ein Teil des Problemes !

Patentrezepte, was man tun solle und wie man mit dem Antisemitismus der Geflüchteten
umgehen solle, gibt es nicht!!!

Einige gute Ideen (die auch von der Amadeu Antonio Stiftung und von mir stammen und auch vom Zentralrat der Juden stammen,
und die alle aus dem Publikum kamen, wie zum Beispiel Besuch eines Konzentrationslagers oder Gespräch mit Holocaust-Überlebenden)
sind eher für Migranten und Geflüchtete gedacht, die schon mindestens (!) 1 Jahr oder mehr hier weilen.

Für „neue“ Flüchtlinge, die teils schlimm traumatisiert sind und erst einmal gut aufgenommen, willkommen geheißen und gut versorgt
werden müssen, sind diese Ideen nicht so gut geeignet.

Es gibt viel zu tun. Das Problem des Antisemistismus (der aus Europa kommt!!!) unter den Flüchtlingen wird leider nicht so schnell gelöst werden können!

Eine weise Idee

Ein Jude besitzt einen winzig kleinen Schuhladen.

Eines Tages entsteht links, direkt an sein kleines
Schuhgeschäft angebaut, ein riesiges Schuhgeschäft,
und ein paar Wochen später wird rechts an sein Geschäft
ein noch größerer Schuhladen angebaut.

Der Schuhverkäufer ist verzweifelt und geht zum Rabbiner.
„Was soll ich tun?“, fragt er ihn. Der Rabbi antwortet: „Schreibe
über die Eingangstüre deines Geschäftes: ‚Hier ist der Eingang‘ “.