Archiv für Mai 2016

….und nun ist Kerstin im Licht!

……..und nun ist Kerstin im Licht,

Vor etwa 20 Jahren hatte Ludwig SCHNEIDER (der damalige Chef von NAI= Nachrichten aus Israel, jetzt „Israel Heute“) mir als erster von Kerstin Heimbold erzählt. Er nannte sie Kirstin, eine Christin aus Sachsen. Er liebte dieses Wortspiel. Kerstin war damals in Israel „in aller Munde“.
Ja, 20 Jahre sind eine lange Zeit, eine sehr lange. Und so mag ich ein wenig einen Rückblick geben über Kerstin, unsere Freunde und Mitstreiter, und über unseren Einsatz für Israel. Es ist auch für mich eine Reflexion meines Einsatzes für Israel.
Irgendwann einige Jahre später entstand das „NAI-Forum“ (so etwas Ähnliches wie facebook) und man konnte dort (im internet!) ausgezeichnet über Israel diskutieren. Und „e-mail“ gab es dann auch schon. Und man konnte sich somit auch privat austauschen. Einige der damaligen NAI-Forums-Teilnehmer sind heute auch in Facebook. Einige nicht. Die wichtigsten „Diskutanten“ waren sicher Etti, Karin-Anita, Christian, Magdalena Stein, und eben Kerstin. Ich selbst war ja damals schon fast 30 Jahre lang Israelfreund, aber als Einzelgänger. In der Gemeinschaft war es aber spannender und fruchtbarer. Und ich konnte von meinem langen Aufenthalt in Jerusalem erzählen.
Eines Tages beschlossen wir NAI Forums-Teilnehmer, uns einmal persönlich zu treffen (solche Treffen gibt es heute bei Facebook-Mitgliedern auch) und einigten uns auf ein Treffen in Wernigerode im Harz. Die meisten sah ich dort das erste Mal persönlich. Wir waren viele. Vielleicht 30 Leute? Mit einigen habe ich heute noch Kontakt. Und, wie gesagt, ein paar sind jetzt auch in Facebook.
Kerstin allerdings hatte ich schon vor unserem Treffen in Wernigerode persönlich kennen gelernt. Sie war von der Botschaft Israels in Berlin zu einem Gespräch eingeladen worden – und sie nahm mich mit. Davon aber im Detail mehr später…..
Nach dem Treffen in Wernigerode kamen wir Freunde in unserem lockeren „Freundeskreis Israel“ noch einige Male (zweimal oder dreimal) in Regensburg zusammen. Ich denke, das war 2001, 2002 oder 2003. Aber wir merkten schnell, dass wir viel zu viele Leute, und, vor allem, zu heterogen waren: Sekulare, christlich-religiöse, politische Israelfreunde,, usw…. Unser Ziel, einen großen Israel-Freundeskreis zu gründen, konnte nicht gut gehen. Diese Erkenntnis war traurig, sehr traurig. Aber konsequent und gut und richtig. Wir beschlossen „getrennt zu marschieren, und vereint zu kämpfen“. Gemeinsam für Israel!
Und nun ging es Schlag auf Schlag: In Regensburg gründeten wir 2003 den „Freundeskreis Israel“, im wesentlichen motiviert auch durch Etti, Regina Wagner und Helmut Wanner, unseren Freund und Redakteur der „Mittelbayerischen Zeitung“. Und „ILI“ (I like Israel) entstand 2003 auch! Und Kerstin schuf (zusammen mit Markus Vallen) sehr schnell „German Media Watch“ (GMW), das sich sehr schnell einen Namen machte. Mit Beobachtung der Medienlandschaft, mit Leserbriefen, aber noch mehr mit Briefen an Redaktionen und Politiker. Das war wichtig und richtig. Damals lernte ich auch Christian W. Mosch kennen. Nur dank GMW konnte jemand wie ich in Regensburg von einem anti-israelischen Artikel in einer Zeitung in Siegen erfahren und mit einem Leserbrief reagieren. Und Christian W. Mosch schrieb daraufhin an mich einen Brief…
Und „Honestly concerned“ (Sacha Stawski) entstand – mit ähnlicher Zielrichtung wie German Media Watch. Es war eine große Blütezeit im Einsatz für Israel. Eine Aufbruch-Stimmung. So etwa von 2003 bis 2008.
Kerstin – die ja hauptberuflich Heilerziehungspflegerin war – kam eines Tages mit einer Gruppe ihrer Schützlinge (die nicht ganz dem aalglatten Anspruch des Kapitalismus an Menschen genügten) zu einem Ausflug nach Regensburg. Ich denke mal, es war 2009? Und ich denke, dass ich sie seitdem – trotz vieler Kontakte, jetzt in Facebook, aber auch bei GMW- nicht mehr persönlich sah.

….….und nun ist Kerstin im Licht.

„Der dreimal verkaufte Gaul“

Der „dreimal verkaufte Gaul“

1916 Sykes-Picot-Abkommen (verteilt die Reste des untergehenden Osmanisches
Reiches unter England und Frankreich als Kolonien)

1917 Balfourd-Declaration (verspricht dem Jüdischen Volk ein HOMELAND in „Palestine“)

Dazu Versprechungen von Lawrence of Arabia an die Araber: Großarabisches Reich

Der dreimal verkaufte Gaul

ist ein sehr passendes Bild der Ereignisse in den Jahren 1916/ 1917.
Das Osmanische Reich lag in Agonie. In seinen letzten Zügen. Nun wollte man “das Fell des Bären verteilen“. Obwohl man den Bären noch gar nicht ganz erlegt hatte. Die gesamte Region Nahost/ Mittelost (also die heutigen Länder Türkei, Irak, Syrien, Libanon, Israel, Jordanien und Teile von Saudi-Arabien) gehörte damals zu diesem Osmanischen Reich.
Die richtungsweisenden Entscheidungen der Jahre 1916/ 1917 sind eine der Ursachen des heutigen Nahostkonfliktes im engeren Sinne, also Israel-Arabisches Umfeld. Aber auch mitschuldig am gesamten Schlamassel in Mittelost.

Warum passt das Bild des dreifach verkauften Gaules so gut?
Weil man die Trümmer des Osmanischen Reiches dreimal verteilte:

1.) Den Arabern (dem Sherif von Mekka) versprach man 1916 ein unabhängiges großarabisches Reich.

2.) Den Juden versprach man 1917 in der Balfour-Declaration eine Heimstatt
[homeland] in ihrem ursprünglichen Land Israel

3.) Im Sykes-Picot-Abkommen von 1916 aber teilte man das Land als Mandate (Kolonien) unter England und Frankreich auf.

Wenn man einen Gaul dreimal verkauft, sind mindestens zwei der betroffenen Käufer betrogen.
Im obigen Falle fühlten sich beide betrogen: Die jüdisch-zionistische Nationalbewegung und die erwachende arabische Nationalbewegung.
Die Juden und die Briten hatten wohl homeland unterschiedlich interpretiert. 
Und zusätzlich wurde das jüdische Homeland auch noch drastisch verkleinert. In der Balfour-Erklärung (und im sich darauf beziehenden Vertag von San Remo) war den zionistischen Pionieren das gesamte britische Mandatsgebiet “Palestine“ (welches das heutige Israel und die Westbank sowie Jordanien umfasste) als Besiedlungsgebiet versprochen worden. Dann trennten die Briten das künstliche Gebilde “Jordanien“ ab, und damit 80 Prozent von “Palestine“. Den Juden blieb nur ein Gebiet von 20 Prozent.
Die Araber sahen ihren Traum eines unabhängigen arabischen Staates zerstört – durch Zerstückelung in britische und französische Kolonien.
Man verkauft einen Gaul nicht dreimal. Das ist Betrug. Dass das Ärger, Frust und Kriege verursachen würde, das war zu erwarten. 