Archiv für März 2016

DIG-Broschüre zu deutschen Schulbüchern

http://europe.spme.org/wp-content/uploads/sites/3/2016/02/DIG_Brosch.pdf

Arabischer Antisemitismus

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/24853

Vigilantia est pretium libertatis

Die Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit

Panikmache ist der falsche Weg, dennoch kann das Thema „muslimischer Antisemitismus“ im Kontext mit der Flüchtlingsproblematik nicht ausgegrenzt werden. Es ist eine Illusion, dass alle, die in Deutschland Schutz und Zuflucht suchen, unser Wertesystem respektieren werden oder wollen. 70 Prozent aller Asylbewerber sind männlich, jeder Dritte ist minderjährig. Neben Kleidung, Essen und Sprachkursen brauchen sie Nachhilfestunden über die Rolle der Frau und über die Akzeptanz von homosexuellen Lebensgemeinschaften. Viele der Flüchtlinge fliehen vor dem Terror des Islamischen Staats und wollen in Frieden und Freiheit leben, gleichzeitig aber entstammen sie Kulturen, in denen der Hass auf Juden und die Intoleranz fester Bestandteil sind. Nicht zu vergessen: Hitlers Mein Kampf ist in den arabischen Ländern ein Bestseller! Bis heute ist der Umgang islamischer Gesellschaften mit problematischen historischen Ereignissen weitgehend von Verdrängung und Verleugnung bestimmt. „Gewiss, die Flüchtlinge verlassen ihr Land nicht, um in Deutschland Hass gegen Juden zu säen“, so Professor Roland Hornung vom Freundeskreis Israel, „aber vigilantia est pretium libertatis, die Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit.“ Und dass man auf der Hut sein muss, zeigte erschreckend die „Free Palestine“-Demo vom 19. Juli 2014 in Regensburg, wo unverhohlen der blanke Judenhass zur Schau gestellt wurde. Professor Hornung: „Die jüdischen Gemeinden in Deutschland fühlen mit den Flüchtlingen, die aus der Not nach Deutschland kommen, andererseits aber fürchten sie, deren Ansichten könnten die Gesellschaft über kurz oder lang in einer Weise verändern, die unserer Freiheit abträglich wäre. Daher biete ich zusammen mit weiteren Akteuren Infoabende für ehrenamtliche und bezahlte Flüchtlingshelfer an, Schulungen für die Multiplikatoren, die in der praktischen Arbeit mit Flüchtlingen dazu beitragen, Vorurteile abzubauen. In einem etwa zweistündigen Seminar soll über politische und gesellschaftliche Hintergründe referiert werden, in einem Praxisteil etwa könnte zusammen mit Flüchtlingen der gemeinsame Besuch der jüdischen Gemeinde und der Synagoge stehen.“ Angesprochen sind die betreffenden Stellen der Stadt Regensburg, Migrantenhelferinnen und -helfer, Netzwerke wie Campus Asyl oder der a. a. a. (Arbeitskreis für ausländische Arbeitnehmer). Die Treffen und Kurse sind kostenlos und können zeitlich individuell verabredet werden.

In einem gelungenen Integrationsprozess haben undifferenzierte Israel-Kritik und antisemitische Stereotypen keinen Platz! Muslimischer Antisemitismus darf sich hierzulande nicht mit einer Ablehnung Israels verbünden, die nicht nur im rechten Spektrum und im linken Milieu fest verankert ist, sondern bis weit in die bürgerliche Mitte reicht. Denn fest steht: Israel ist die einzige Demokratie im Nahen Osten. Und Deutschland ist mit Israel für immer verbunden durch die Erinnerung an die Shoah. roland.hornung@oth-regensburg.de “

(aus: „Kulturjournal, Regensburg, März 2016″)