Archiv für Oktober 2015

Die Hohen Feiertage 5766

D i e H o h e n F e i e r t a g e

bei uns:

Rosch Haschana

Zur Vorbereitung auf Rosch Haschana 5776 bot der Herr Rabbiner am Sonntag, den 23 . August, eine Lehrstunde an. In seinem Vortrag und dem anschließenden Gespräch konnten die zahlreichen Anwesenden viel über den geistigen Gehalt der wichtigsten Tage im jüdischen Jahr erfahren. Wie jedes Jahr war an Rosch Haschana der Gebetsraum gut gefüllt. Es kamen viele unserer Mitglieder und Gäste. Der Herr Rabbiner, führte die Beten- den mit viel Kawana das „Dawnen“ und das „Leinen“. Seine Schiurim über die jüdischen Feste im Monat Tischri, die Ansprache nach der Lesung der Tora und beim gemeinsamen Kiddusch sowie der Klang des Schofars gaben Impulse in den Alltag hinein. Das Taschlich am Spätnachmittag des zweiten Tages Rosch Haschana wurde von gut 25 Personen besucht, die sich am Ufer der Donau nahe der berühmten Steinernen Brücke versammelten und die Taschen nach außen kehrten, um auf diese Weise das Fortwerfen der Sünden zu symbolisieren.

Jom Kippur

Am Erew Jom Kipur war der Gemeindesaal voll. Alle Männer haben ihre weißen Talesim angelegt, passend zum Weiß des Aron ha Kodesch und der Bima. Nach der traditionellen Begrüßung begann der Rabbiner das Kol-Nidre-Gebet. Nach jeder Wiederholung trug er es lauter vor. Die ganze Gemeinde lauschte angespannt den Worten des Kol-Nidre-Gebetes, wo besonders erklärt ist, dass alle Gelübde und Schwüre null und nichtig sein sollen. Am nächsten Tag wurde der Chasan wieder von Mitgliedern der Gemeinde unterstützt. Am Ende des Morgengebetes, nach der Tora- und Prophetenlesung, gedachten alle bei dem Iskor ihrer verstorbenen Angehörigen. Nach einer dreistündigen Pause setzten wir mit Minchagebet fort und beendeten kurz vor 20 Uhr das Maariw-Gebet. Traditionell stärkten sich die Betenden nach dem Beten und Fasten bei dem herrlichen Kiddusch und wünschten sich nochmals ein gutes neues Jahr 5776 und eine gute Besiegelung.

Sukkot – Simchat Tora

Im Jahr 2009, bei den Renovierungsarbeiten in unserer Synagoge, entdeckte man, dass ein Hinterhof ursprünglich die Anlage für eine große Sukka war. Die Idee des Rabbiners Herrn, diesen Hof einfach zu über- dachen, erwies sich nicht nur als historischer Volltreffer, sondern auch als eine vortreffliche Lösung, um zusammen in der Sukka zu feiern. Am 20. September hat unser Rabbiner eine Lehrstunde unter dem Motto „Sukkot“ ´durchgeführt. Zum siebten Mal wurde gegenwärtig die Sukka mit Bildern, Früchten und anderen Sachen geschmückt. Zum Sukkot haben wir wieder keine Probleme, einen Minjan zusammen zu bringen. Das Gebet zum Sukkot besuchte der Regensburger Oberbürger-meister.Mit seinem Beisein überbrachte er der Jüdischen Gemeinde im Namen der Bürger und Bürgerinnen von Regensburg die besten Wünsche. Nach den G’ttesdiensten blieben die Leute in der Sukka, wo wir an den Festtagen und am Schabbat Chol ha Moed bei gutem Essen und Trinken feierten. Um die Mizwa des Lulaw-Schüttelns für alle zu ermöglichen, wurden mehrere Lulawim besorgt. Die Vorstandsmitglieder halfen allen Frauen und Männern, die Mizwa zu erfüllen. Am siebten Tag Sukkot, dem 21. Tischri (Hoschana Raba) bat der Chasan besonders um Regen und jeder von uns nahm ein aus fünf Ruten bestehendes Bachweidenbündel und schlug damit auf den Boden, dass die Blätter abfallen. Beim Schmini Azeret, nach der Tora- und Prophetenlesung, findet eine Seelenfeier zum Gedenken der Toten statt. Am Simchat Tora schließlich wurden alle Tora-Rollen in einer großen Prozession mit Tanz und Gesang sieben Mal um die Bima getragen (Hakafot). An diesem Tag wurde der jährliche Zyklus der Tora-Abschnitte beendet und wieder von vorn begonnen. Schon am Schabbat, den 27. Tischri (10. Oktober 2015), lasen wir die erste Par’schat Bereschit.
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Oisgezeichnet. Scholem alejchem!

„Oisgezeichnet! Scholem alejchem!“

Eigentlich wollte ich einkaufen!

Doch vor dem Kaufhof (dort, wo oft Salafisten ihren Quran verschenken – da kann ich gerne verzichten!) war die mir sehr gut bekannte jidische Klezmergruppe
„freilach“ mit Musikern aus der Ukraine und Modavien, usw…
Wie spielten sie ihre ostjüdische Musik so wunderbar und so herrlich. eine grandiose und geniale Mischung aus Wehmut und pulsierender Fröhlichkeit,
„Scholem aleichem“, sagte ich zu ihnen, und „dankeschej“ und „spasiba“ und „oisgezeichnete schirim“.

Sie spielten wehmutsreiche getragene Stücke, aber auch schnelle Rhythmen, auch einen Tango. Toda raba, toda meod.
Diese ostjüdische Musik ist weltweit einzig. Danke.

Da !!! Drei orientalisch anmutende Menschen kamen. Ich fragte einen der drei jungen Männer „ente arabije?“. Er sagte irgendetwas mit „Syria“,
und ich fragte zurück „Dimaschq? Halab?“ Er war aus Halab, Aleppo also….

Ich war gespannt, was sie nun tun würden.

Sie – freuten sich königlich, hüpften zu der wunderbaren Musik, waren regelrecht glücklich. Drei Araber gingen zu den jüdischen (!) Musikern
und versuchten, sich zu bedanken! Sie nahmen per Handy die Szene auf, sie filmten die Musiker und mich, sie dankten nochmals und gaben allen die Hände.
Ich war erstaunt, verwundert, und sehr froh. So soll es sein!

…aber meinen Einkauf habe ich dann vergessen!