Archiv für Mai 2015

„Meinen Bogen habe ich gesetzt“

„Meinen Bogen habe ich gesetzt

in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde..“ sprach Gott zu Noah, und schloss einen Bund mit ihm.,

Einen Bogen zu setzen, einen Bund schließen zwischen Gott und den Menschen, ist immer gut, sehr gut.

Auch Menschen können miteinander einen Bund schließen, Brücken bauen. Wir vom „Freundeskreis Israel in Regensburg und Oberbayern e.V.“ bauen solche Brücken. Wir sind die

Brückenbauer zwischen Regensburg und Israel.

Ich wollte meine langjährige Erfahrung in der Lehre anwenden, um solche Brücken zu bauen und zu verstärken. So hielt ich auf einer Israelreise im Februar 2011 im Goethe-Institut in Tel Aviv in einer fortgeschrittenen Deutsch-Klasse einen Vortrag – über Regensburg!

Ich spannte den Bogen vom 3000 Jahre alten Jerusalem über das fast 2000 Jahre alte Regensburg vom römischen Altertum über das Mittelalter bis zum heutigen modernen Regensburg und hin zur 100 jährigen „weißen Stadt“ Tel Aviv.

Besonders interessierte die israelischen Deutsch-Schüler neben der jüdischen Geschichte Regensburgs im Mittelalter das Regensburg von heute: BMW und andere Industrie-Firmen, das Schloss der Fürstin Gloria, die steinerne Brücke und natürlich, ob es auch Bier gebe in „großen Gläsern von einem Liter Inhalt“…

Mir fiel wieder die große und bunte Vielfalt Israels auf: Von den rund 16 Deutsch-Schülern hatten fast die Hälfte nicht Hebräisch als Muttersprache und stammten aus Spanien, Polen, Rumänien oder Italien. So sprachen die meisten zwei „Muttersprachen“ (ihre Herkunftssprache und ivrit, das moderne Hebräisch), und Englisch und jetzt lernten sie im Goethe-Institut auch noch Deutsch. Es war eine herzliche und für alle Seiten bereichernde Erfahrung.

„Alles hat seine zeit“ (Prediger, 3)

„Alles hat seine Zeit…“, ( Prediger, 3 – Kohelet)

„Alles hat eine bestimmte Zeit, und jedes Vornehmen unter dem Himmel hat seine Zeit. (Prediger 8.6) 2 Geborenwerden hat seine Zeit, und Sterben hat seine Zeit; Pflanzen hat seine Zeit, und das Gepflanzte Ausreißen hat seine Zeit; 3 Töten hat seine Zeit, und Heilen hat seine Zeit; Abbrechen hat seine Zeit, und Bauen hat seine Zeit; 4 Weinen hat seine Zeit, und Lachen hat seine Zeit; Klagen hat seine Zeit und Tanzen hat seine Zeit; 5 Steinewerfen hat seine Zeit, und Steinesammeln hat seine Zeit; Umarmen hat seine Zeit, und vom Umarmen sich Fernhalten hat seine Zeit; 6 Suchen hat seine Zeit, und Verlieren hat seine Zeit; Aufbewahren hat seine Zeit, und Fortwerfen hat seine Zeit; 7 Zerreißen hat seine Zeit, und Nähen hat seine Zeit; Schweigen hat seine Zeit, und Reden hat seine Zeit; 8 Lieben hat seine Zeit, und Hassen hat seine Zeit; Krieg hat seine Zeit, und Frieden hat seine Zeit. 9 ……“

Viel praktische Lebensweisheit steckt in den Stationen, die der Prediger Salomo uns vor Augen stellt! Und wenn alles wirklich seine Zeit hat, dann kann und darf sich alles auch ändern. In der Veränderung liegt die Kontinuität. Alles fließt, meinte schon der griechische Philosoph Heraklit.

Und auch Israel ändert sich. Wenn man – wie ich– Israel seit gut 30 Jahren kennt, dann merkt und spürt und sieht man Änderungen, gewaltige Veränderungen. Mir sind drei solcher Wandlungen klar vor Augen: In der Wirtschaft, in der Politik und in der Gesellschaft.

Zuerst zur Wirtschaft. Vor 36 Jahren – damals war ich als Student das erste Mal im Heiligen Land – war Israel Agrarland, Exporteur von Früchten und Obst, jeder kennt noch die berühmten und wohl schmeckenden Jaffa-Orangen. Heute ist Israel ein High- Tech Land, sein Schwerpunkt liegt in Innovationen im Bereich Software, Hardware, Pharmazie u.a., Israel gehört zu den höchst entwickelten Ländern der Welt. Der erste Wandel war also der von einer Agrarwirtschaft, einem Schwellenland, zu einem Hochtechnologieland. Eng damit zusammenhängend der politische Wandel von einem kollektiven Land (mit Kibbuz-System) und einer gewissen Art von „Sozi-
alismus zu einer neoliberalen Politik in der Art Deutschlands und der USA. Vorteil davon ist, dass Inflation und Wirtschaftsschwäche dadurch überwunden wurden. Nachteil ist, dass die Einkommens.-Schere sich immer weiter öffnet und das sprich-
wörtliche israelische Sozialsystem immer mehr schwindet. Die weltweite Konkurrenz und das feindliche Umfeld zwingen Israel aber immer mehr dazu, ein wirtschaftlich starkes Land mit stabilem und wachsenden Export zu werden. Der dritte Wandel ist innerhalb der Gesellschaft, vom kollektiven „Israeli“ zum multikulturellen Individuum.

Anfangs – nach Staatsgründung – war die israelische Gesellschaft auf den Aufbau konzentriert und auf die Schaffung eines „New Jew“. Der „Old Jew“ in Europa war nachgiebig, leise, unterwürfig, wenig kämpferisch und assimiliert gewesen, und trotzdem wurden 6 Millionen ermordet. Man schloss daraus, dass der „neue Jude“ ein stolzer, unbeugsamer, aktiver, kämpferischer, nicht assimilierter Pionier werden müsse und schuf „den Israeli “ als Stereotyp: Aschkenasisch, sozialistisch, auch kollektiv, ohne Fremdkultur-Einfluss, nur „israelische Kultur“. Diesen „Standard-Israeli“ gibt es heute nur noch in der Minderheit. Durch Einwanderungen – vor allem aus der ehemaligen Sowjetunion – und durch gesellschaftlichen Wandel entstanden viele individuelle Kulturen und Gruppierungen in Israel, die ziemlich unterschiedlich sind: Von den „russischen Juden“ über die sfardischen Juden aus dem Orient, bis zu den äthiopischen Einwanderern, den (sogenannten) „Orthodoxen“ (eigentlich: „haredim“) und „Nationalreligiösen“, und hin zu israelischen Arabern (sowohl christ- lich als auch muslimisch). Ein buntes Gemisch, eine multikulturelle Vielfalt, eine breite und weite und offene Gesellschaft entstand. Mit vielen Gegensätzen (religiös – sekular, aschkenasisch-sfardisch, jüdisch-arabisch, reich-arm,…), aber auch großer gegenseitiger Bereicherung. Israel steht vor vielen Aufgaben. Seine reiche und vielfältige Gesellschaft kann diese Aufgaben bewältigen. Gerade diese Vielfalt ist Gefahr – aber auch eine riesige Chance!

(Dr. Roland Hornung)

Schawuot

Brauchtum an Schawu‘ot:

In der Synagoge betet man – oft auch in der ganzen Nacht – die Tora und das Buch Rut

Essen: Milchiges, alles mit Milch (z.B. Quarkkuchen, Käsekuchen, Pudding, usw…)

Uns man zieht weiße Kleidung an.

Der Sechs-Tage-Krieg….und der Antisemitismus in der CSU

In den sechziger Jahren (des vorigen Jahrhunderts)

war die CSU stramm antikommunistisch. Es galt als unfein, ja als sehr verpönt, den Sender des „Feindes“ zu hören. Gemeint waren DDR-Sender, wie „Deutschland-Sender“. Wiederholen wir: Das Hören dieses DDR-Senders war „ganz schlecht“.
Ein Kaufmann in meinem Dorf betonte das immer wieder.

„Ganz schlecht“? „Ganz böse?“

Dann begann der Sechs-Tage-Krieg. Ägypten, Syrien, Jordanien, u.a., gegen Israel. Und Israel gewann gegen diese Übermacht. Bereits nach wenigen Tagen hatte Israel gewonnen.

Doch nicht beim oben erwähnten Kaufmann.

Als ich bei ihm etwas einkaufte, sagte er: „Weißt du, dass der Jude den Krieg verloren hat“….“Wie bitte…?“, sagte ich, „Israel hat doch jetzt schon so gut wie ge-
wonnen“.
„Alles Quatsch, alles Judenpropaganda“, meinte er im Brustton der Überzeugung, und fuhr fort “ Die Araber stehen schon in Tel Aviv“. Ich fragte: „Und woher wissen Sie das?“
„Ha, ich habe mal die Gegenseite im Rundfunk gehört“
Ich: „Oh, Sie haben ägyptischen Rundfunk gehört?“
Er: „Nein, den Deutschlandsender!“
Ich: „Oooh, das ist doch ein kommunistischer Sender. Das ist doch ganz böse, ihn anzuhören!“
Er merkte nicht meinen spöttischen Unterton….
Er: „Nein, man kann den Sender schon mal hören, wenn es gilt, den Juden und seine Propaganda zu entlarven. Diese Knoblauchzüchter in Israel werden verlieren!“
Triumphierend schaute er mich dabei an.

Ich aber merkte als Jugendlicher damals schon: Die (damalige) CSU ist stramm antikommunistisch.Ja. Aber noch weit mehr stramm braun. Stramm antisemitisch.

50 Jahre Israelisch-deutsche Beziehungen

http://www.presseportal.de/pm/56001/3018379/50-jahre-diplomatische-beziehung-zwischen-deutschland-und-israel-bild-und-israelische-zeitung