Archiv für November 2013

Chanukka Feier

Chanukka

Ein bisschen kann ich nun auch zu diesem Fest erzählen: Als ich in Jerusalem lebte, wurde ich von Freunden zum Chanukka-Feiern in deren Familie eingeladen: Es gab köstliche Latkes (=Kartoffelpuf-fer), von denen ich Unmengen aß.
Dann gab es aber auch sufganiot (=Krapfen, manche sagen auch Berliner oder Pfannkuchen), die ich ebenfalls mit Heißhunger verschlang. 
Die Kinder das Hauses (5 Stück an der Zahl) hatten jeder seine eigene „Chanukkia“ (=Leuchter zu Chanukka, mit 8 Armen + 1 Arm für den „Diener“ = schammes; diese Diener-Kerze dient zum Anzünden der übrigen Kerzen).
Dieser 9-armige Leuchter, die „Chanukkia“, darf nicht verwechselt werden mit dem viel bekannteren 7 –armigen Leuchter, der „Meno-rah“.

Am ersten Tag wird eine Kerze an der Chanukkia angezündet, am 2. Tag zwei, bis dann am Ende des chanukka – Festes alle 8 Kerzen
(+ die „Diener-Kerze“) brennt.

Weil meine Freunde ein großes Haus hatten (in der „German Colony“ in Jerusalem) und viele Zimmer, und weil viele Kinder zu Besuch weilten, gab es zahlreiche Chanukkiot- vielleicht 20 (?)…In jedem Zimmer standen mehrere herum.

Und weil die Mutter sehr praktisch war, hatte sie unter jede Chanukkia riesige und dicke Lagen Alu-Folie gelegt: Falls wirklich mal eine Chanukkia umfiel, konnten die brennenden Kerzen so keinen Schaden anrichten.
Es gab allerlei köstliches und reichhaltiges Essen und für die Kinder gab es tolle Geschenke. Auch die Erwachsenen hatten viel Besuch (nicht nur mich), und wir bekamen viel zu essen und zu trinken.

Viele der Speisen (z.B. die Kartoffelpuffer und die Krapfen) sind in Öl gebacken, um an das „Öl-Wunder“ von Chanukka zu erinnern:

Die heidnischen Griechen unter Antiochus IV (einem Seleukiden, Nachfolger von Alexander dem Großen) wollten das Judentum verbieten und vernichten und hatten (u.a. mit Schweinen) den Jüdischen Tempel um 166 v.Chr. entweiht. Den Juden unter den Makkabäern gelang es, diese Griechen zu vertreiben. Nun brauchte man koscheres Öl, um den entweihten Tempel wieder zu heiligen. Man fand ein kleines Fläschchen – und wie durch ein Wunder reichte es 8 Tage (daher 8 Kerzen!) lang, bis neues Öl hergestellt wurde…

Daher also gab es extrem „öl-haltige“ Speisen…Es wurden bekannte chanukka – Lieder, wie z.B. „maos zur“, gesungen! Es gab auch hoch interessante Gäste. Dazu jetzt gleich mehr.

Israel 65 Jahre

I s r a e l 65 J a h r e

Am 3. November 2013, drei Wochen vor dem jüdischen Fest Chanukka, hat der Klub „Schalom“ seine nächste Veranstaltung unter dem Titel „ Israel – 65“ durch-geführt. Der Leiter des Klub, das Vorstandsmitglied Volodimir Barskyy, begrüßte herzlich die Anwesenden, wünschte ihnen gute Gesundheit und bedankte sich bei allen für ihre Unterstützung und die gemeinsame Arbeit. Der Gemeinderabbiner Herr Josef Chaim Bloch erzählte den Gästen über Traditionen und Bräuche des kommen-den Festes Chanukka. Insbesondere betonte er, dass das Lichterfest ein Fest des jüdischen Mutes und Überlebens im Glauben ist. Er sprach nicht nur über das Wunderfest allgemein, sondern führte die Teilnehmer tiefer in die Bedeutung von Chanukka ein.

Den ersten Teil des Zusammentreffens verwirklichten die Mitglieder des „Freundeskreis Israel in Regensburg“. Dr. Roland Hornung ist Professor für Angewandte Mathematik und Dozent im Zusatzstudium „Internationale Handlungskompetenz (Länderblock Israel)“ an der Ostbayrischen Technischen Hochschule Regensburg. Er verbrachte ein Praxis-Semester in Jerusalem und wohnte in einer Mietswohnung nahe dem Herzl-Berg und Yad-Vashem (der Holocoust-Gedenkstätte). Davor und danach machte er viele Reisen nach Israel, seit 13 Jahren organisiert er auch eigene Reisegruppen. Bei der heutigen Veranstaltung stellte er sein Buch „Ambassador of good will“ vor, wo er sein Erlebnisse im wunderbaren Land Israel schildert. Dr. Matthias Volpert, Professor für Mechanik und Maschinenbau, be- sucht mit Freunden und Bekannten den Staat Israel, fotografiert alles, macht die Bilder und Amateurfilme. Er erzählte über jüdische Geschichte und jüdische Gegenwart in Israel und zeigte die israelische Natur, schöne israelische Städte, berühmte Orte, religiöse und weltliche Zentren.

Der zweite Teil war ein Konzert mit israelischen und jiddischen Liedern. Fast eine Stunde lang haben der Sänger Simon Zavelev, Mitglied der Gemeinde, und Pianistin Anastasia Zorina, Absolventin der Münchner Hochschule für Musik und Theater, alle Zuhörer herrlich unterhalten und ihnen viel Freude bereitet. Die Lieder „Hatikva“ (die Nationalhymne Israels), „Jeru – shalaim Schel Sahav“, „Hava Nagila“, „A jiddische Mama“, „Tum Balaika“, „Ose Schalom“ u.a. (insgesamt 13 Musikstücke) ließen niemanden im Saal gleichgültig. Die Musikvorstellung verging in einem Atemzug und endete mit Blumen und viel dankbarem Applaus. Die Bibliothekarin Marina Schleimovych hat eine Ausstellung mit Überschrift „Schalom Israel“ vorbereitet und vorgestellt.