Archiv für Oktober 2013

Bemerkungen zur israelischen Lebensart

Bemerkungen zur israelischen Lebensart

Glücklicherweise gibt es „Kleidungs-Probleme“ in Israel nicht; man ist dort ähnlich angezogen wie in Deutschland, zollt aber den hohen Temperaturen ihren Tribut. So tragen Männer dort selten eine Krawatte und oft auch keinen Sakko.
Eine Ausnahme bilden „religiöse“ Menschen, vor allem Frauen (und hier ist es fast gleichgültig, ob orthodoxe Jüdin oder gläubige Muslima): Sie tragen sehr dezente und spezielle Kleidung, und darauf sollte der Besucher auch achten! Bei der jüdischen Bevölkerung (die knapp 80 % der israelischen Ein-wohner ausmacht ) sind rund 10 -15% „orthodox“, bei den Muslimen ist der „religiöse Anteil“ wohl etwas höher.

Als ich einmal lange an einer Bushaltestelle (auf dem tiefen Land, dort gibt es keine gedruckten Fahrpläne) auf einen Bus wartete, fragte ich einen Passanten, wann der Bus komme. „Hajom“ (= heute), sagte er. Und fügte hinzu: „Später“. Und es traf zu! Etwa 1 Stunde später kam der Bus (man muss dazu allerdings bemerken, dass in Großstädten wie Tel Aviv oder Jerusalem der Bus-Takt oft nur 2 – 5 Minuten beträgt, und dass der öffentliche Personen-Nahverkehr in Israel sehr modern und wichtig ist; die Züge der Bahn sind z.B. aus Deutschland, unser „ Regionalexpress“).

Als ich einmal meine Software vorstellen wollte und – „typisch deutsch“ – einen Termin für den folgen-den Tag haben wollte, meinte der Firmen-Manager:
„Ja, kommen Sie morgen!“. Ich: „Ja, und wann?“ Er: „Morgen“. Ich:: „Ja, um wie viel Uhr?“. Er: „Ja, halt morgen!“ Ich: „Dann also vielleicht um 8 Uhr ?“. Er:
„Ja, ja“ (etwas genervt…).

Natürlich kam ich am nächsten Morgen um 8 Uhr – und natürlich niemand war da. Um etwa 9 Uhr kam die Sekretärin und meinte, der Boss komme selten vor 10 Uhr. Er kam um 11 Uhr. Ziemlich irritiert sagte er: „Sie sind ja schon da!“ (Sein Verhalten nennt man „polychrones Zeitverhalten“).

Israelis – vor allem Jugendliche – sind recht extrovertiert und laut und ganz bestimmt nicht „scheu“ oder „schüchtern“. Einmal kam eine Schulklasse (mit Jugendlichen im Alter von etwa 16 Jahren) auf
mich gestürmt und schrieen „Shalom! Who are you?“ Ungezwungen fingen sie sofort eine Unter- haltung mit mir an…..Extrovertiert, selbstbewusst, fast manchmal etwas frech. Und die Lehrerin war – genauso 

Solches Verhalten spiegelt „personen-orientiertes, beziehungsorientiertes Verhalten“ wider, ohne hierarchische Unterordnung.
Auch dank der kreativen, spontanen, innovativen Art der jungen Israelis ist „lineares Denken“ dort verpönt. Man denkt komplexer, ideenreich und vernetzt

….denn ich leb(t)e in Israel

Israel wird leider in Teilen der (ver-)öffent-lich(t)en Meinung ziemlich töricht reduziert. Reduziert auf die so simplen und so falschen Schlagwörter „Mauer“, „Besatzung“, „Siedlungspolitik“, „Friedenshindernis“, „Nahost-Konflikt“, u. v. m.
Schade. Denn Israel ist mehr, viel mehr. Ein Land reich an Natur, Kultur, Vielfalt, netten Menschen und wunderbarer Spiritualität.

Ich kann mit Fug und Recht sagen, dass ganz obige Pauschalurteile und Primitiv-Schlagworte falsch und unrecht und dumm sind!

….denn ich leb(t)e in Israel :-)

Sprachenvielfalt in Israel

Sprachenvielfalt in Israel

In EILAT am Roten Meer gab es am Strand (im Februar) köstliche Erdbeeren an einem kleinen Obst-Stand.

Ein US-Amerikaner kam und fragte nach „strawberries“. Die Dame am Stand – eine junge Jüdin aus Russland – konnte kein Englisch. Ich konnte das Wort „Erdbeere“ nicht in Russisch. So sagte ich ihr in ivrith: “tutim“. Und sie verstand!

So konnte ich ein englisches Wort in Israel einer russischen Jüdin mit ivrit „verdeutschen“!

Soldaten und Baklawa

Soldaten – und Baklawa
Oder: „Frieden schaffen – ohne Waffen.

Am Jaffa-Tor in Jerusalem hatte ein Mann Steine geworfen und geschrien und sich auch sonst auffällig benommen. Ich stand in der Nähe und harrte der Dinge. Zwei Grenzpolizisten kamen schnell herbei gerannt, sagten etwas in arabisch zu dem Mann, und nach kurzem Disput wurde der Mann festgenommen, mit Handschellen gefesselt. Klack. Die drei Leute gingen weg. Die zwei Polizisten hatten den Festgenommenen in ihrer Mitte. Alles wie gehabt. Auch bei uns in Deutschland wäre es nicht anders abgelaufen.

Doch ab jetzt trennen sich die Kulturen. Schon nach ein paar Metern stoppte der Gefangene. Er deutete auf einen Imbiss-Stand und sagte irgendetwas….. Die Polizisten stutzten. Bleiben auch stehen. Überlegten nicht lange. Sie schlossen die Handschellen auf. Sie nahmen dem Gefangenen diese Fesseln ab. Sie gingen zum Imbiss-Stand und setzen sich an einen kleinen Tisch. Einer der beiden Polizisten ging zur Verkaufstheke – und kaufte drei Portionen BAKLAWA (also auch für den Gefangenen!). Sie setzten sich und aßen gemütlich und genüsslich. Nach einer gefühlten halben Stunde, in freund- licher Atmosphäre und mit viel Lachen, standen alle drei auf. Dem Gefangenen wurden wieder die Handschellen angelegt. Sie gingen weg.

Ich staunte über diese Szene noch sehr lange. Ob das in Deutschland möglich wäre?
Ich denke, so etwas gibt es nur im Orient….

„Frieden schaffen – ohne Waffen“. Vielleicht durch gemeinsames Baklawa-Essen?

Halbe Wahrheit ist ganze Lüge

Heutige Erscheinungs-Formen des Antisemitismus:

Nach dem bewegenden Vortrag von Pavel Hoffmann am 10. Oktober – siehe letzten blog -Eintrag – fühle ich mich motiviert, auch deutliche Worte gegen die heutigen Varianten des
Antisemitismus hier zu sagen. Ein besonders widerwärtiges Beispiel ist die „Nakba“-Ausstellung:

Erinnert Ihr euch an das Sprichwort: „Halbe Wahrheit ist ganze Lüge!“?

Das passt wunderbar auf die berüchtigte „Nakba-Ausstellung“, die zur Zeit immer wieder mal durch Deutschland tingelt und eine braune Spur hinterlässt…….

Diese Ausstellung thematisiert die Vertreibung im Laufe des Krieges 1948 (als die Briten ihr Mandat „Palestine“ aufgaben).

„Natürlich“ wird nur die Vertreibung der „Palästinenser“ (die damals noch „Araber“ hießen) thematisiert. Und nicht die parallele Vertreibung der Juden aus den orientalischen Ländern.

Was viel schlimmer ist, dass viele Tatsachen schlicht und ergreifend weggelassen werden: Gründe dieses Krieges 1948, der Holocaust, das Verhalten des unsäglichen Großmufti, usw….
Weggelassen werden! Eben nur „halbe Wahrheit“….

Der Großmufti von Jerusalem, Hadj Husseini, war ein Lakei des Nationalsozialismus, ein Mietmaul der Faschisten, ein willfähriger Helfer und „williger Vollstrecker“ Hitlers!

WARUM wird diese üble „Kumpelei“ mit Hitler tabuisiert? Warum darf das nicht thematisiert werden?

Zusätzlich verschwiegen wird der arabische Antisemitismus. Die üblen sogenannten „Protokolle der Weisen von Zion“ und das üble Werk „Mein Kampf“ – die beiden schrecklichsten Machwerke des Antisemitismus, feiern in so manchen arabischen Gefilden leider fröhliche Urstände.
Warum das alles verschweigen?

Nein – dreimal NEIN !

Gegen dreieinhalb „Neonazis“ gibt es riesige staatliche Programme hier in Deutschland. Warum nicht gegen andere Formen des Antisemitismus?

Diese „Nakba“-Ausstellung kennzeichnet sich aus durch extreme Einsei-tigkeit.
Eben „halbe Wahrheit“. Eben ganze Lüge!

Sie wird ja auch von „entsprechenden“ Leuten unterstützt L
Von den „üblichen Verdächtigen“

Wenn überhaupt, sollte man diese Ausstellung N U R KOMMENTIERT und MIT DEN NOTWENIGEN ERGÄNZUNGEN durchführen!

Wer sie nur unkommentiert und ohne notwendige Ergänzungen zur Ausstellung genehmigt, ist entweder naiv, oder dumm oder es geschieht mit Absicht.

Letzteres ist nicht verzeihlich. Letzteres ist eine Form üblen Faschismus‘ und eine Verniedlichung des Nationalsozialismus.

Der Palästinensischen Sache schadet solch ein widerwärtiger Schund ungemein. Sie ist friedens-feindlich und ein Beweis für Unversöhnlichkeit.