Interreligiöse Kompetenz

Interreligiöse Kompetenz –Antworten und Ergänzungen

Sie war lange kein Thema in der „Internationalen Handlungs-kompetenz“. Interreligiöse Kompetenz ist aber eminent wichtig. Das sagte Professor Dr. Dr. Alexander Thomas in einem hoch interessanten Vortrag.

Unsere demokratische Ordnung, unser Wertesystem, unser Grundgesetzt fußt auf der christlich-jüdischen Werte-Ordnung. „Unterlassene Hilfeleistung“ hängt mit der Geschichte vom Barmherzigen Samariter zusammen. Es gibt riesige Unter-schiede in der Grundauffassung von Nächstenliebe zwischen den monotheistischen Religionen mit ihrer Nächstenliebe-Forderung und den fernöstlichen Religionen ohne die geringste Spur davon: Dort darf man nicht helfen!
Religionen bieten eine stringente Weltordnung und teilen die Welt in profan und spirituell. Religionen haben

- Sozialisierungsfunktion
- Persönliche Identitätsfunktion
- Grundlagenfunktion zur Distanzierung von der Gegenwart
zu einem zukünftigen Heil („Die Letzten werden die Ersten
sein“)

Neben den spirituellen fernöstlichen Religionen (Buddhismus, Hinduismus, usw…), die aber im Flüchtlingskontext keine große Rolle spielen, kennen wir die drei monotheistischen (also die Existenz eines einzigen Gottes!) Religionen Judentum, Christentum und Islam.

Diese Religionen heißen auch „Religionen des Buches“, weil sie jeweils ein „heiliges Buch“ besitzen (wenn auch in verschie- denen Sprachen!)

Im Judentum: Der Tenach (die jüdische Bibel) ist ein Akronym für tora, nefe’im, chetubim (Tora= 5 Bücher Mose, Propheten, wie Jesaja, Jeremia,…, Schriften, wie das Buch Rut, usw…)… in hebräischer Sprache

Im Christentum ist dieser Tenach (bzw. seine griechische Über- setzung, die „Septuaginta“) das sogenannte Alte Testament, hinzu kommt das Neue Testament aus Evangelien und Briefen und Apostelgeschichte (in welchen im wesentlichen über das Leben von Jesus geschrieben wird). Original in griechischer Sprache.

Im Islam ist das heilige Buch der Koran. Original in arabischer Sprache.

All diese Bücher haben recht ähnlichen Inhalt und sind für die jeweiligen Gläubigen verbindlich. Im Christentum und Judentum gibt es den „Maschiach“ (Messias) – bei Christen ist das Jesus, er war schon da, die Juden warten noch auf den Messias.

Alle diese drei Religionen sind im Nahen Osten entstanden

Alle diese drei Religionen versprechen „ewiges Leben nach dem Tode“ in einem „Jenseits“.

Alle diese drei Religionen haben einen personifizierten Gott.

© Prof. Dr. Roland Hornung 2018

Israel – Koexistenz der Gegensätze

http://www.hagalil.com/2018/04/israel-koexistent-der-gegensaetze/

Mäuse

Mäuse

Ein Mann in Tel Aviv hatte eine Wohnung, die er an eine reiche Dame
vermietete.

Ein paar Wochen später rief ihn die Dame an und schrie ganz entsetzt: “ Ich
kann die Wohnung nicht behalten. Hier sind ganz viele Mäuse“
Der Vermieter rief die Stadt Tel Aviv an und diese schickte einen Kammerjäger,
der die Mäuse vertrieb.

Einige Wochen später rief die Dame wieder an – dasselbe Problem, viele Mäuse
in der Wohnung…. Der Vermieter holte wieder den Kammerjäger, der wieder die
Mäuse beseitigte.

Als nach einigen Wochen die Dame wieder anrief und sich über dasselbe Problem
beschwerte, meinte der Vermieter „Kennen Sie unsere Schriften? Geben Sie zedaka
(Almosen, Spenden, den „Zehnten“)?“ Die Dame verneinte, aber versprach, ab jetzt
sofort den Zehnten zu geben.
Und die Mäuse kamen nie mehr wieder.

Sederabend

Why is this night different
from all the other nights;

Mah nishtanah, ha-laylah ha-zeh,
mi-kol ha-leylot
מַה נִּשְׁתַּנָּה, הַלַּיְלָה הַזֶּה
מִכָּל הַלֵּילוֹת

That on all other nights we eat both
chametz and matzah,
on this night, we eat only matzah

She-b‘khol ha-leylot ‚anu ‚okhlin
chameytz u-matzah,
ha-laylah ha-zeh, kulo matzah
שֶׁבְּכָל הַלֵּילוֹת אָנוּ אוֹכְלִין
חָמֵץ וּמַצָּה
הַלַּיְלָה הַזֶּה, כֻּלּוֹ מַצָּה

That on all other nights we eat
many vegetables,
on this night, maror

She-b‘khol ha-leylot ‚anu ‚okhlin
sh‘ar y‘rakot,
ha-laylah ha-zeh, maror
שֶׁבְּכָל הַלֵּילוֹת אָנוּ אוֹכְלִין
שְׁאָר יְרָקוֹת
הַלַּיְלָה הַזֶּה, מָרוֹר

That in all other nights we do not
dip vegetables even once,
on this night, we dip twice

She-b‘khol ha-leylot ‚eyn ‚anu
matbilin ‚afilu pa`am ‚achat,
ha-laylah ha-zeh, shtey f`amim

שֶׁבְּכָל הַלֵּילוֹת אֵין אָנוּ
מַטְבִּילִין אֲפִילוּ פַּעַם אֶחָת
הַלַּיְלָה הַזֶּה, שְׁתֵּי פְעָמִים

That in all other nights
some eat sitting and others reclining,
on this night, we are all reclining

She-b‘khol ha-leylot ‚anu ‚okhlin
beyn yoshvin u-veyn m’subin,
ha-laylah ha-zeh, kulanu m’subin
שֶׁבְּכָל הַלֵּילוֹת אָנוּ אוֹכְלִין
בֵּין יוֹשְׁבִין וּבֵין מְסֻבִּין
הַלַּיְלָה הַזֶּה, כֻּלָּנוּ מְסֻבִּין

Der Hirte

Der König geht im Wald spazieren

und trifft einen Hirten. Einen bescheidenen Mann mit Hirtenhut, Hirtenstab und Flöte.
Beim Gespräch merkt er, dass dieser Hirte sehr klug ist. Er nimmt ihm mit als seinen Berater. Und eines Tages wird er sogar Finanzminister. Das erweckt Neid und viele denunzieren den Hirten beim König, dass er Geld gestohlen und unterschlagen habe.

Der König glaubt es nicht, doch ’steter Tropfen höhlt den Stein‘, und eines Tages glaubt der König die Verleumdungen dann doch. Seine Leute durchsuchen die Wohnung des Hirten, der zum Finanzminister geworden war – und finden nur eine sehr bescheidene Behausung und keinerlei gestohlenes Geld.
Zuletzt finden sie ein verschlossenes Zimmer mit der Aufschrift ‚Bitte nicht betreten‘. Sie gehen trotzdem hinein – es ist nur ein Tisch, ein Stuhl, der Hirtenhut, der Hirtenstab und die Flöte dort.

Die Finanzminister-Hirte spricht: ‚Jeden Morgen gehe ich hier 10 Minuten hinein und spiele auf der Flöte. So steigt mir nichts zu Kopfe und ich erinnere mich immer daran, woher ich gekommen bin‘.